Überschwemmte Keller, vollgelaufene Straßen, entwurzelte Bäume – Unwetter mit Starkregen scheinen zuzunehmen. Der Grund liegt in der Klimaveränderung: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, die dann in Form von kurzen, heftigen Niederschlägen fällt. Diese enormen Regenmengen in kurzer Zeit überlasten jede Kanalisation. Es trifft damit nicht nur Flussanwohner, sondern jeden: Wenn der Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen kann, sucht es sich seinen Weg – oft direkt ins eigene Zuhause.
Warum auch Ihr Keller in Gefahr sein kann
Starkregen ist eine oft unterschätzte Gefahr. Innerhalb von Minuten können sich Straßen in reißende Bäche verwandeln. Das Wasser drückt durch Lichtschächte, läuft Tiefgaragen und Kellertreppen hinab. Besonders gefährdet sind Grundstücke in Hanglagen. Oft ist es ein Rückstau aus der überlasteten Kanalisation, der das Wasser durch Abflüsse zurück ins Haus drückt. Eine Überflutung kann so auch fernab jedes Flusses passieren.
Die drei wichtigsten Verhaltensregeln
VORHER: Vorbereitung ist alles.
Halten Sie sich über Wetterwarnungen (z.B. via NINA-App oder Radio) auf dem Laufenden. Sichern Sie lose Gegenstände im Garten, schließen Sie Fenster und Türen. Parken Sie Fahrzeuge um, wenn nötig. Prüfen und warten Sie Rückstauklappen in Ihrem Abfluss system.
WÄHREND: Bleiben Sie sicher.
Verlassen Sie das Gebäude nicht unnötig. Meiden Sie Keller, Unterführungen und halten Sie Abstand von Bäumen oder Strommasten. Fahren Sie niemals durch überflutete Straßen – schon wenige Zentimeter fließendes Wasser können ein Auto mitreißen. Trennen Sie elektrische Geräte im Gefahrenbereich vom Strom.
NACHHER: Vorsicht walten lassen.
Betreten Sie überflutete Räume erst, wenn Sie sicher sind, dass die Stromversorgung abgeschaltet ist. Das Wasser kann verunreinigt oder mit Heizöl vermischt sein. Prüfen Sie die Stabilität des Gebäudes. Dokumentieren Sie Schäden für die Versicherung. Räumen Sie erst auf, wenn die Gefahr vorbei ist.
Wann kommt die Feuerwehr?
Die Feuerwehr rückt bei akuter Gefahr für Menschenleben aus – zum Beispiel bei eingeschlossenen Personen. Bei „nur“ vollgelaufenen Kellern ohne Personen gefährdung ist ihre Aufgabe oft die technische Gefahrenabwehr (z.B. Strom abschalten). Die reine Schadenbeseitigung, wie das Aus pumpen von Wasser, obliegt in der Regel den Eigentümern mit eigenen Pumpen oder Fachfirmen. Bei Großlagen muss die Feuerwehr priorisieren, was zu Wartezeiten führen kann. Ihre Devise ist: Eigenschutz geht vor Sachschutz.
So bleiben Sie informiert
Nutzen Sie offizielle Warn-Apps wie NINA oder KATWARN. Ein moderner Wecker mit Radiofunktion kann im Stromausfall lebenswichtig sein. Informieren Sie sich über die Sirenensignale Ihrer Gemeinde – ein einminütiger Heulton bedeutet „Gefahr“ – dann sofort Gebäude aufsuchen und Radio/App checken.
Merke: Starkregen kommt plötzlich – Vorbereitung schützt. Wasser unterschätzt man nur einmal. Nehmen Sie Warnungen ernst, handeln Sie besonnen. So schützen Sie sich und entlasten die Einsatzkräfte, die dann für die wirklichen Notfälle da sind.
Starkregen – wenn das Wetter zur Flut wird